Mai 1

Die ominöse Bezeichnung “Expertin Opferschutz” hat uns schon immer verwirrt. Wie dieser Opferschutz aussieht, zeigt das folgende Beispiel.

Gestern wurde bekannt, dass in Oesterreich dieses Jahr bereits die 9. Frau von ihrem Partner oder Ex umgebracht worden ist. Die Grünen Politikerin Sigi Maurer gab  bekannt, dass es sich bei dem Mörder um die Person handelte, der sie damals nach Belästigungen seinerseits auch noch angezeigt hatte.

Wir haben ja unter unseren guten Bekannten eine selbsternannte Opferschutz-Expertin. Und so schützt sie potentielle Opfer. Sie geht auf sie los, unterstellt falsche Aussagen, greift sie an wegen finanziellen Hilferufen. Warum sie gewisse Menschen Täterschützerin nennen, sollte damit glasklar sein.

Auch unser Freund Vieli fand es nötig, ihr mehr oder weniger falsche Anschuldigungen zu unterschieben. Was für eine ehrenwerte Gesellschaft!

Da freut sich natürlich sein gequältes Altmännerherz, wenn junge Frauen zu Unrecht verurteilt werden. Was gibt es Schöneres?

Die Geschichte:

Im Mai 2018 erhielt Maurer vom Facebook-Account des Ladeninhabers eines Craft-Beer-Geschäfts in Wien obszöne Nachrichten. Maurer machte diese Nachrichten öffentlich, beschuldigte den Geschäftsinhaber, diese Nachrichten geschrieben zu haben, und veröffentlichte dessen Namen und die Adresse des Geschäfts.[ Der Betreiber des Geschäftes nahm sich einen Anwalt und verklagte Maurer wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts und Kreditschädigung auf 60.000 Euro. Der Betreiber gab an, die Nachricht nicht selbst verfasst zu haben und dass jeder, der sein Geschäft betrete, als Urheber in Frage käme. Maurer konnte ihre Anschuldigung nicht ausreichend mit Beweisen stützen. Am 9. Oktober 2018 wurde sie in 1. Instanz wegen übler Nachrede schuldig gesprochen. Sie wurde zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro und einer Entschädigung in Höhe von 4000 Euro verurteilt. Am 12. März 2019 hob das Oberlandesgericht Wien dieses Urteil auf. Es begründete dies damit, dass das Landesgericht die Anforderungen an den Wahrheitsbeweis durch Sigrid Maurer überspannt habe. Der Ladeninhaber könne sich demgegenüber nicht allein auf die theoretische Möglichkeit berufen, dass ein Unbekannter seinen Rechner benutzt habe, während er kurzzeitig den Raum verlassen habe. Im Jänner 2021 urteilte das Bezirksgericht Josefstadt, dass der Betreiber für die geschickten Nachrichten verantwortlich war, und wies eine Unterlassungsklage ab. Am 17. Februar 2021 zog der Ladeninhaber seine Anklage überraschend zurück.


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Veröffentlicht1. Mai 2021 von perlen in Kategorie "Netz-Perlen